Das wurde daraus: Die Stadt- und Landschaftsplanung Bezirk Altona hat daraus den B-Planentwurf Sülldorf 18/ Rissen 44/ Iserbrook 26 ausgearbeitet. Das unter anderem im Planfeststellungsbeschluss genannte Ziel, die Enwticklungsfähigkeit der vorhandenen landwirtschaftlichen Betrieben zu sichern, wurde jedoch völlig missachtet. Es wurden entgegen dem eigentichen Auftrag städteplanerisch individuelle Ziele verfolgt. Für die Landwirte in der Region hat dies massive Folgen: Es sollen Ausgleichsflächen für Bauprojekte innerhalb  des Bezirkes Altona festgelegt werden. Dies geschieht  auf Kosten der ohnehin schon flächenmäßig stark eingeschränkten Landwirte, denn es sind bereits zahlreiche Ausgleichsflächen festgesetzt. Land ist hier vor Ort ein sehr knappes Gut. Jede Fläche, die als Ausgleichsfläche deklariert wird, ist mit Einschränkungen in der Wirtschaftlichkeit verbunden.  Diese städtischen Pachtflächen stehen dem Landwirt zwar weiterhin zur Verfügung, sind jedoch mit so starken Auflagen versehen, dass eine wirtschaftliche Produktion erschwert wird. Es handelt sich  immer häufiger  um Pflegemaßnahmen im Sinne des Naturschutzes. Solche Auflagen beinhalten unter anderem ein Dünge- und Pflanzenschutzmittelverbot, Verbot/Einschränkung zu Kalken sowie einen vorgeschriebener Schnittzeitpunkt. Das Ergebnis sind versauerte Böden auf der die wertvolle  Grasnarbe durch minderwertige Hart/Sauergräser und sogar Giftkräuter verdrängt wird. Dadurch werden die Flächen für die Tierhaltung und Futtermittelproduktion langfristig immer unbrauchbarer. Angrenzende Flächen werden durch Samenflug mit giftigen Pflanzen infiziert. Verwahrloste Flächen in der Feldmark sehen unansehnlich aus und sind mit Sicherheit nicht das, was die Mehrheit der Naherholungssuchenden in dieser bisher abwechslungsreichen Kulturlandschaft erwartet. Der Bebauungsplan sieht außerdem massive Baurestriktion vor. Zu enge Baugrenzen um die bestehenden Gebäude geben den Betrieben keinen zukunftsorientierten Entwicklungsraum. Tierschutzrechtliche Anforderungen beinhalten immer größer werdenden Stallplätze und Freilaufflächen für Tiere. Wenn es den Landwirten untersagt wird, durch Anpassungen ihrer Ställe diesen Anforderungen  gerecht zu werden, bleibt schlussendlich nur eine Reduktion der Tierzahlen, was wiederum zu einer Existenzgefährdung der Betriebe führen würde. Die Politik fordert auf Betreiben der Naturschutzverbände, dass die Rundballen (Heu, Silage) nicht mehr in der Feldmark bis zur Verfütterung gelagert werden dürfen. Die Restriktionen gehen sogar soweit, dass die Landwirte im Falle eines Niederganges der Landwirtschaft  nicht frei entscheiden dürfen, wie Sie ihr Eigentum (nämlich ihren Hof) anderweitig nutzen können. Im schlimmsten Falle hätte dies leerstehende, verfallende Hofstellen zur Folge. Aufgrund dieser massiven Einschnitte hat sich die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation dafür eingesetzt, dass einzelbetriebliche Gutachten über die Folgen des Bebauungsplanes erstellt werden. Die Gutachten des Büros Hansen aus Stolk (Okt.2014) liegen der Wirtschaftsbehörde als auch der Planungsbehörde bereits vor und bestätigen die Befürchtungen der Landwirte. Denn die Gutachten haben ergeben, dass 16 der 18 untersuchten Betriebe unter diesen Vorraussetzungen des B-Planentwurfs existensgefährdet sind. Es stehen jedoch Befürchtungen im Raum, dass diese von der Planungsbehörde und der Politik in Altona nicht gehört werden wollen. Es wird sich von Seiten der Stadtplanung Altona lieber auf völlig veraltete Gutachten bezogen. DIe Grundlage dieser Gutachten ist jedoch mehr als 20 Jahre alt und die Situation und die Anforderungen werden nicht mehr zeitgemäß dargestellt. Um die Landwirtschaft und die von uns gepflegte Kulturlandschaft in Sülldorf und Rissen am Leben zu erhalten wollen wir einen derartigen Bebauungsplan  verhindern. Denn keiner von uns will, dass die Landwirte verschwinden und die Landschaft sich selbst überlassen wird und zu einer öden, verbuschten und tristen Brache verkommt, die nicht zwangsläufig mehr Artenvielfalt bietet.  Für die dann nötigen Pflegemaßnahmen eines solch großen Gebietes ist in Altona weder Personal noch Geld vorhanden, was wir Landwirte seit Jahrhunderten hier durch unsere Bewirtschaftung ganz selbstverständlich tun. Denn die Kulturlandschaft wird nur durch wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe erhalten.
Sülldorf in Not
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Durch den Bebauungsplan mit der beabsichtigten Bezeichnung Rissen 44/Sülldorf 18/Iserbrook 26 sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Erhalt der Rissener/Sülldorfer Feldmark als weitgehend unbebauter, landwirtschaftlich geprägter Landschaftsraum mit seiner hohen Bedeutung für Natur und Landschaft sowie die Naherholung geschaffen werden. Hierbei sollen auch die Belange der vorhandenen landwirtschaftlichen Betriebe und ihre Entwicklungsfähigkeit im Planverfahren berücksichtigt werden. Bauliche Erweiterungen sollen in enger räumlicher Zuordnung zu den vorhandenen Hofstellen erfolgen, um die übrigen landwirtschaftlichen Flächen der Feldmark von einer Bebauung freizuhalten. Die dort vorhandenen wertvollen Biotopstrukturen sollen erhalten und verbessert werden. Die Flächen sollen im Wesentlichen als Flächen für die Landwirtschaft, Wald und als Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft ausgewiesen werden. Hamburg, den 20. April 2012 Das Bezirksamt Altona Amtl. Anz. S. 758
Planfeststellungsbeschluss vom 20.04.2012 Auftrag der Bezirksversammlung Altona an die Verwaltung
B-Planentwurf Problematik